
Can Solleric,im unteren Stadtteil
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Einführung
Durch die halbgeöffneten Türen sah
man
..Innenhöfe mit grazilen Säulen, die traditionelle
Zisterne mit schmiedeeisernen Verzierungen, die Freitreppe
mit ihrem kapriziösen Schwung
Dies sind die Worte
Jules Vernes, genauer gesagt die Worte des Erzählers
seines Romans Clovis Dardentor, in dem die Hauptfiguren eine
authentische touristische und abenteuerliche Reise durch
Palma erleben. Es sollte nicht verwundern, das die Innenhöfe
der grossen bürgerlichen Herrenhäuser das Interesse
des Romanciers erweckten, wie sie ebenso das Interesse der
Reisenden erweckten, die Palma zum Ende des 19. und zu Beginn
des 20. Jahrhunderts besuchten. Die Innenhöfe sind ein
einzigartiger architektonischer Raum, der die Altstadt Palmas
zu etwas ganz besonderen macht.
Die Entwicklung des Innenhofs
Der Innenhof ist ein Territorium, das sich auf halbem Weg
zwischen Strasse und Haus befindet, ein Raum der Verbindung
und Kommunikation mit der Nachbarschaft und ein Schlüssel-Element
in der Aufteilung der häuslichen Aktivitäten. Aus
der katalanischen Frühgotik entstanden, integriert er
vom 15. Jahrhundert an Elemente, die seiner ursprünglichen
Nüchternheit ein Ende bereiten: die Treppen werden grösser
und sind mit verzierten Geländern versehen. Gegen Ende
des 15. Jahrhunderts und zu Beginn des 16. Jahrhunderts nehmen
die Innenhöfe auch Renaissance-Einflüsse an, wie
Wappeninschriften belegen. Das grundlegende Schema eines
gotischen Innenhofs ist wie folgt:
Ein äusseres Portal, als Eingang, das den Innenhof
mit der Strasse verbindet
Ein überdachter Korridor zwischen dem äusseren
Portal und dem offenen Innenhof
Eine Treppe, die zum herrschaftlichen Geschoss des Hauses
führt, und die anfänglich einfach zu sein pflegt,
um später auch ein verziertes Geländer zu erhalten
Die Ästhetik des Barock setzt sich im 17. Jahrhundert proportional
zur Entwicklung des grossen, durch Handel und Piraterie erworbenen Reichtums,
fort. Die ursprüngliche Nüchternheit weicht einer öffentlichen
Pracht und der Innenhof wird zum Symbol der sozialen Stellung seiner
Eigentümer.
So verändern sich während des Barocks einige Elemente
des vorab erläuterten Schemas:
Es verändern sich die Dimensionen des äusseren
Portals und des Korridors.
Die Pflasterung wird verfeinert und beinhaltet geometrische
Muster.
Die sogenannten Studio-Türen werden populär,
Türen die den Zugang zu Arbeitsräumen, Bibliotheken
und Archiven des Hauses ermöglichen.
Die Säulen sind nun statt aus Sandstein aus Marmor.
Die ionischen Kapitelle stützen elliptische Bögen
Die Dimensionen der Treppe nehmen zu und das Geländer
wir schmiedeeisern, normalerweise mit einer Balustrade.
Das herrschaftliche Geschoss des Hauses ist über eine
Loggia oder Galerie mit Balustrade zugänglich.
In späteren Jahrhunderten werden noch andere ästhetische Strömungen
integriert, dabei besonders der neogotische Stil des 19. Jahrhunderts.
Im 20. Jahrhundert schliesslich trägt der Modernismus zum Verschwinden
des offenen Innenhofes bei indem er eine Abdeckung durch Glasdächer
einführt.
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